Bulgurfrikadellen mit Chinakohlsalat

Frikadelle mit Salat

Frikadelle mit Salat

Diesmal ein vegetarisches Gericht, das durch seine Zutaten einen nahöstlichen oder arabischen Touch hat. Die Frikadellen werden nicht mit Hackfleisch, sondern mit Bulgur zubereitet, das in seiner fein gemahlenen Version als Couscous bekannt ist. Merkwürdigerweise ist aber auch die Frikadellenmasse mit Bulgur ebenso wie eine Frikadellenmasse mit Hackfleisch meistens noch zu flüssig, um genügend zu binden und man stabile und feste Frikadellen daraus formen kann. Daher hilft man mit etwas Paniermehl nach. Beim Gewürz habe ich mich für zweierlei entschieden: Baharat und Ras el hanout. Die Frikadellenmasse ergibt etwa 12 Frikadellen, die eine hälfte wird mit Baharat, die andere mit Ras el hanout gewürzt. Baharat ist etwas schärfer, weil es auch Chili enthält, Ras el hanout dagegen runder, harmonischer. Aber merkwürdigerweise kann ich geschmacklich keinen Favoriten herausschmecken, beide Varianten schmecken nahöstlich/arabisch und gut. Und natürlich kann man die Frikadellen, wie man es auch bei Frikadellen mit Hackfleisch kennt, am darauffolgenden Tag direkt aus dem Kühlschrank auch kalt aus der Hand essen.

Zutaten für 2 Personen (etwa 12 Frikadellen):

  • 200 g Bulgur (etwa 10 gehäufte EL)
  • 4 Zwiebeln
  • 3 Knoblauchzehen
  • 6 Eier
  • 6 EL Paniermehl
  • 1 gehäufter TL Baharat
  • 1 gehäufter TL Ras el hanout
  • Salz
  • Pfeffer
  • Butter
  • Olivenöl

Zutaten für den Salat:

  • 240 g Chinakohl (etwa 8 Blätter)
  • 1 EL Olivenöl
  • 3 EL Condimento bianco
  • 1 EL Shao Xing (Reiswein)
  • ½ Zitrone (Saft)
  • ½ TL Senf
  • Zucker
  • Salz
  • Pfeffer

Zubereitungszeit: Vorbereitungszeit 50 Min. | Garzeit 25 Min.

Wasser in einem kleinen Topf zum Kochen bringen. Vom Herd nehmen, Bulgur hineingeben und zugedeckt im nur noch siedenden Wasser 30 Minuten ziehen lassen.

Währenddessen Zwiebeln und Knoblauchzehen schälen und kleinschneiden. Butter in einer Pfanne erhitzen und das Gemüse schön glasig dünsten. In zwei Hälften teilen und in zwei Schüsseln geben.

Bulgur durch ein Sieb geben, in zwei Hälften teilen, in die zwei Schüsseln geben und abkühlen lassen. Jeweils drei Eier und drei EL Paniermehl dazugeben. In die eine Schüssel Baharat, in die andere Ras el hanout geben. Beide Frikadellenmassen kräftig mit Salz und Pfeffer würzen und dann gut mit einem Kochlöffel vermengen.

Öl in einer großen Pfanne erhitzen, von einer Frikadellenmasse mit einem Esslöffel etwa sechs Frikadellen formen und in das heiße Öl geben. Mit dem Löffel etwas in Form bringen und mit dem Pfannenwender etwas andrücken. Bei hoher Temperatur 1 Minute anbraten, dann auf mittlere Temperatur herunterschalten und die Frikadellen auf beiden Seiten jeweils 5–6 Minuten schön kross und knusprig braten. Bei Bedarf noch etwa Öl hinzugeben. Aus der Pfanne nehmen, auf einen Teller geben und warmhalten. Mit der anderen Frikadellenmasse das Gleiche durchführen. Die Frikadellen lassen sich – wie erwähnt – gut am darauffolgenden Tag kalt aus der Hand essen, oder man kann sie auch für später einfrieren.

Währenddessen Chinakohl in Streifen schneiden und in eine Schüssel geben. Öl, Condimento, Reiswein, Zitronensaft und Senf in einer Schale gut verquirlen und mit einer Prise Zucker, Salz und Pfeffer würzen und abschmecken.

4–6 Frikadellen pro Person auf einem Teller anrichten – natürlich von jeder Gewürzrichtung 2–3 Stück –, Salatdressing auf den Chinakohl geben und vermischen und dazu servieren.

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4 Kommentare für “Bulgurfrikadellen mit Chinakohlsalat

  1. 9. April 2014 at 17:46

    Lieber Thomas, so einfach kannst Du es Dir nicht machen .Bulgur ist ein vorgekochter (hydrothermisch vorbehandelter) Weizen. So etwas nennt man heute parboiled. Nach der anschließenden Trocknung wird die freigelegte Kleie mechanisch entfernt. Danach wird das Korn grob oder fein mit einem Grützeschneider geschnitten.
    Couscous kann sowohl aus Weizen, als auch aus Gerste oder Hirse hergestellt werden. Couscous wird in Noirdafrika gegessen und Bulgur überwiegend im Süden und Südosten der Türkei. Die Zubereitungsarten sind gänzlich unterschiedlich.

    Was hat Bulgur mit Couscous gemeinsam: es wird aus Getreide hergestellt.
    Was hat ein Eichhörnchen und Klavier gemeinsam? Das Eichhörnchen springt von Baum zu Baum, das Klavier ist auch aus Holz.

  2. admin
    9. April 2014 at 18:12

    Moin, Gerd, die Herstellung von Bulgur hast Du ja schön fast wortwörtlich von Wikipedia übernommen. Hättest die Textstelle ja auch so kennzeichnen können. 🙂

    Mein früherer türkischer Lebensmittelhändler hat mir dies so verkauft. Bei ihm standen Bulgur und Couscous nebeneinander im Regal und er hat mir das verkauft und gesagt, dass Couscous (in etwa) so etwas wie zerkleinerter Bulgur ist, also einfach feiner. Daher das Missverständnis.

    Wir kommen doch aber überein, dass sowohl Bulgur als auch Couscous aus Hartweizen hergestellt werden, wobei letzterer auch aus Gerste oder Hirse hergestellt werden kann. Also ist die Verwandtschaft recht nahe. Couscous als feinere Variante des Bulgur zu bezeichnen, mag dann falsch sein, aber für Menschen – die gibt es –, die keines von beiden je gekauft geschweige denn zubereitet oder gegessen haben, ist diese Erklärung eben am einfachsten.

    • 10. April 2014 at 06:09

      Nee, nee, so einfach kann man sich das nicht machen. Während Bulgur „paboiled“ Weizengrieß / – schrot ist, ist Couscous bereits weiterverarbeiteter Gries. Der Einfachkeit halber lege ich jetzt den Link zu Wikipedia. http://de.wikipedia.org/wiki/Couscous

      Ich habe viele Jahre aus beruflichen Gründen fast täglich Bulgur gegessen, da weiss man was man dazu schreibt.

      • 10. April 2014 at 14:20

        Um mal ganz kompetent rüber zu kommen: Alles nur eine Frage des Mahlgrades.
        grob: Bulgur
        feiner: Couscous
        noch feiner: Polenta
        fein: Mehl
        am feinsten: Stärke

        Und wenn die Ironie nocht rüberkam, verlängern wir auch noch nach oben
        grob: Bulgur
        gröber: Schrot
        noch gröber: Getreide
        größer: Mais
        noch größer: Kartoffel
        noch viel größer: Melone. 😉

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