Gebratene frische Leber- und Blutwurst

Gebratene Leber- und Blutwurst in der Pfanne

Gebratene Leber- und Blutwurst in der Pfanne

Dies ist im Prinzip eine reduzierte Schlachtplatte. Eine Schlachtplatte besteht aus Kesselfleisch – Kesselfleisch wird traditionell unmittelbar nach der Schlachtung in einem Kessel zubereitet – wie z.B. gekochtem Bauchfleisch, dann gekochter frischer Leber- und Blutwurst, Brat- und Mettwurst und Sauerkraut und Senf. Dieses Gericht beinhaltet jedoch nur gebratene frische Leber- und Blutwurst. Meine Mutter hat sie mir und meinem Bruder früher ab und zu zubereitet. Die Würste werden einfach in Butter angebraten, angestochen, damit der frische Wurstinhalt herausquillt und anbrät. Würzen ist natürlich nicht notwendig, versteht sich. Das Gericht ist zwar verständlicherweise sehr fett, aber wenn man das nur einmal im Monat zubereitet, ist das durchaus akzeptabel. Und … es schmeckt lecker!

Rohe frische Leber- und Blutwurst

Rohe frische Leber- und Blutwurst

Frische Leber- und Blutwurst ist jedoch nicht einfach zu bekommen. Geräucherte gibt es überall, aber frische …? Ich habe wirklich lange danach gesucht, um dieses leckere Gericht wieder mal zuzubereiten, aber zunächst hatte ich lange Zeit keinen Erfolg. An der Frischfleischtheke meines Discounters bekomme ich die Würste nicht, weil er sie nicht im Sortiment hat. Und nicht mal über einen seiner Lieferanten kann er sie liefern. Also müsste ich zu verschiedenen kleinen Schlachtern fahren, ob ich die Würste dort bekomme. Da bin ich vor kurzem auf den Onlineshop der Metzgerei Böbel gestoßen, die viele verschiedene Fleischartikel liefert, die man sonst nur sehr schwer bekommt. Wie z.B. Innereien wie Kalbshirn, Stierhoden oder Schweinenetz oder auch einmal in der Woche nach der Schlachtung frische Leber- und Blutwurst.

Zutaten (für 1 Person):

  • 1 frische (!) Leberwurst, ca. 175 g
  • 1 frische (!) Blutwurst, ca. 175 g
  • Butter
  • ½ Chiabatta

Zubereitungszeit: 20 Min.

Butter in der Pfanne erhitzen. Die Würste an den Enden, wo sie geklammert und verschlossen sind, aufschneiden. Dann anstechen oder auch der Länge nach einschneiden. Die Leber- und Blutwurst in der Butter anbraten. Manchmal platzt die Haut auch an einigen Stellen selbst auf, so dass der Wurstinhalt selbst herausquillt, oder man muss eben manuell nochmals nachhelfen, etwas mit dem Kochlöffel drücken und einige Male wenden. Schön kross anbraten. Dann auf einem Teller mit frischem Chiabatta oder Baguette servieren – oder noch einfacher, die Pfanne auf einen Untersetzer oder ein Holzbrettchen stellen und direkt aus der Pfanne essen. Danach sollte man vielleicht noch einen gekühlten Jägermeister oder Korn genießen, um besser verdauen zu können.

10 Kommentare für “Gebratene frische Leber- und Blutwurst

  1. 16. Juni 2013 at 00:50

    Es ist ein Ammenmärchen, dass Alkohol verdauen hilft. Egal wieviel Prozente es sind oder mit welchen Kräutern er gebrannt wird. Ganz im Gegenteil: er verzögert die Verdauung!!!

    • 16. Juni 2013 at 01:15

      Beleg mir das bitte mal. Nach einem fetten Essen und einem Jägermeister/Korn kann ich besser verdauen, meinem Magen geht es besser, ganz subjektiv empfunden! Warum wird in renommierten Restaurants ein Digestif in dieser Form gereicht?

    • 16. Juni 2013 at 10:19

      Das mit der verzögerten Verdauung habe ich auch schon gelesen. Von den gängigen Mittelchen hilft eigentlich nur Espresso und ein Spaziergang. Artischokensaft würde auch helfen, aber wann hat man den im Haus?
      Alle anderen Hilfsmittel helfen nur durch Einbildung.

    • 16. Juni 2013 at 17:11

      Sorry, das überzeugt mich nicht. Dieser Artikel basiert auf nur einer (!) aktuellen Studie, wobei es „wissenschaftliche Untersuchungen zur Wirkung von Alkohol auf die Verdauung (schon) gibt […]. Sie kamen allerdings bisher zu keinen eindeutigen Ergebnissen.“

      Und: „Alkohol lockert […] die Magenmuskulatur – der Grund, weshalb ein Schnaps nach dem Essen das unangenehme Völlegefühl reduziert. [.…] Damit habe der Alkohol kurzfristig gesehen […] eine entspannende Wirkung auf den Magen.“

      • 18. Juni 2013 at 20:51

        Der Alkohol wird vor dem Fett verdaut und behindert dadurch sogar eher die Fettverdauung, als sie zu befördern. Wenn bei einem Kräuterschnaps überhaupt etwas hilft, dann sind es die Bitterstoffe aus den Kräutern, die dazu natürlich auch drin sein müssen und nicht weggezüchtet sein dürfen, wie es zum Beispiel beim Chicorée u.ä. passiert (Ich weiß, dass das nicht zu den Kräutern gehört).

        • 18. Juni 2013 at 20:57

          Dennoch bleibt es bei dem subjektiven Gefühl, dass der Kräuterschnaps oder Korn das Völlegefühl des Essens nimmt und man sich persönlich wohler fühlt – verlängerte Verdauung hin oder her.

          • 19. Juni 2013 at 20:36

            Placebo-Effekt heißt das dann wohl. Der lässt auch viele Sachen wirken, die eigentlich nicht wirken. 😉

          • 19. Juni 2013 at 20:42

            Nö, Dirk, das ist kein Placeboeffekt, das ist – wie ich beschrieb – ein subjektives Empfinden. Habe ich fettes Essen gegessen und einen vollen Bauch und trinke dann einen Kräuterschnaps oder Korn, ist das Völlegefühl weg.

          • 19. Juni 2013 at 21:17

            Sag ich ja. Du definierst mit „subjektives Empfinden“ zumindest einen wesentlichen Aspekt des Placeboeffektes.

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