Beim Essen bin ich Chinese …

… denn alles, was älter als ein Tag ist, ist mir suspekt. Das können sogar die Überreste einer leckeren Sauce sein, die ich in einer Schüssel im Kühlschrank aufbewahre. Aber – am nächsten Tag ist sie eben schon einen Tag alt. Und dann nochmal zubereiten oder aufwärmen?

Die Chinesen sind bekannt dafür, dass sie nur ganz frische Zutaten zubereiten. Und dies einmal am Tag. Die chinesische Hausfrau – ich übertreibe dies jetzt idealtypisch – geht einmal am Tag frische Zutaten auf dem Lebensmittelmarkt um die Ecke einkaufen und bereitet diese am gleichen Tag zu. Alles andere kommt in die Tonne. Nichts wird für den/die kommenden Tag(e) aufbewahrt. Dafür spricht ja auch schon die frische Zubereitung im Wok mit Pfannenrühren, bei dem die kleingeschnittenen Zutaten nur ganz kurz im Öl oder der jeweiligen Sauce gegart werden.

Chinesen können einem deutschen Gericht mit einem 4-stündigen Garen eines Fleischstücks im Bräter im Backofen gar nichts abgewinnen. „Schweinkram“, würden sie in Chinesisch sagen.

Das Schlimmste für Chinesen ist lange gereifter europäischer Käse. Was monate- oder jahrelang gereift ist, das kann man nicht essen! Das ist nicht „frisch“! Wenn ein Mitarbeiter der Firma, die den französischen Roquefort herstellt, diesen einem Chinesen anpreisen würde, würde dieser sagen, „was für ein ‚Schweinkram‘!“. Ich selbst kenne den Herstellungsort von Roquefort und habe die dortigen Höhlen vor ca. 30 Jahren besichtigt. Aber ein Käse, der mehrere Jahre in dunklen Höhlen bei Kälte, Feuchtigkeit und Schimmelbildung reift, ist für einen Chinesen mehr als suspekt. Und somit nicht genießbar.

Aber keine Regel ohne Ausnahme: Das einzige langfristig zubereitete Produkt bei den Chinesen sind 1000-jährigen Eier. Diese werden über Monate in die Erde eingegraben, fermentieren dort und werden danach verspeist. Ich hatte leider noch nicht die Gelegenheit, diese Eier zu essen, so dass ich hier nichts darüber sagen kann. Aber es ist das Einzige, was Chinesen langfristig zubereiten. Alles andere ist nur frisch! Und das ist auch mein Wahlspruch beim Kochen und Zubereiten!

Print Friendly, PDF & Email

3 Kommentare für „Beim Essen bin ich Chinese …

  1. Kurtfried Morgenroth
    29. November 2012 at 08:59

    Das ist nicht ganz richtig. Sojasauce wird lang gebraut. Zudem auch fermentierte Sojasprossen. Fisch wird ebenso konserviert wie manche Obst- und Gemüsesorten. Der Käse wird nicht gegessen, weil – wie bei Alkoholgenuss auch – eine Unverträglichkeit aufgrund eines fehlenden Enzyms vorliegt.

  2. 29. November 2012 at 10:15

    Chinesen (Asiaten im Allgemeinen) ist Käse nicht suspekt, sie können ihn schlicht und ergreifend nicht verdauen. Asiaten fehlt ein bestimmtes Enzym, das das Milcheiweiss aufspalten kann, eine Art Lactose-Unverträglichkeit. Deswegen kochen sie auch nicht mit Sahne oder Butter.

    Reste wie bei uns kennen “die Chinesen” übrigens auch nicht. Sie bereiten nur soviel zu, wie sie auch essen. Die Wegwerf”kultur” gibt es nur bei uns Langnasen. Ich hasse es, Lebensmittel wegzuwerfen. Bei uns zuhause gab es immer reichlich zu essen, sodass zwangsläufig etwas übrig blieb. Meine Mutter war Weltmeisterin in der “Zweitverwertung”. Das habe ich von ihr gelernt. Und so gibt es bei uns desöfteren Resteessen. Beschwert hat sich noch niemand, dass es nicht geschmeckt hätte (dann würde es aber auch eins mit dem Kochlöffel setzen! 🙂 )

  3. admin
    30. November 2012 at 07:42

    So so, wenn Deine Resteverwertung nicht schmeckt, dann bekommst Du es also mit dem Kochlöffel? Richtig so! 😉 Oder eher der Esser, weil er Deine Resteverwertungs-Kochkünste nicht zu schätzen weiß und meckert? Der Arme! Ich denke, dass dann eher der Koch eins drauf bekommen sollte. *lol*

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*