Rohe Kalbsleber

Rohe Kalbsleber, das Essstückchen mit Salz und Pfeffer gewürzt. Die Kräuter sind nur ein Garnierungsvorschlag.

Dies ist vermutlich das puristischste Rezept, das ich je probiert habe. Deswegen wird sich die Zubereitung auch nur auf einige wenige Zeilen beschränken und somit das kürzeste Rezept sein, das ich bisher kenne.

Drei Zutaten: Rohe Kalbsleber, Salz und Pfeffer. Ich bin dem Hinweis in einem Kommentar von einer Kollegin unter DerMutAnderer gefolgt, in dem sie schreibt, dass ihr Vater früher dies sehr oft gegessen habe und sie auch  – und sie dies bis auf den heutigen Tag auch tut. Und ihr Hinweis war dann auch, nicht eine ganze Scheibe Kalbsleber mit Salz und Pfeffer zu würzen, sondern nur (!) den jeweiligen Bissen, den man essen möchte.

Das Ganze ist ja ähnlich wie bei bei den Eskimos, die bei dem Fang eines Wals oder eines Seehundes einen Teil der Leber jeweils an ihre Fänger verteilen, die sie sofort roh verzehren. Von daher sollten keine Bedenken bestehen, wenn man die rohe Leber eines Kalbes verspeist.

Der Genuss war sehr gut, die rohe Kalbsleber hat einen erdigen, kräftigen Leber-Geschmack. Es ist etwa so, wie wenn Sie das erste Mal Sushi essen. Ich habe dies vor ca. 17–18 Jahren erlebt. Man bestellt Sushi, also rohen  Fisch, und denkt sich, „Ne, das kann man nicht essen, das ist roher Fisch!“ Und probiert es dennoch und es schmeckt merkwürdigerweise gut. Nur der Magen hat so etwas noch nicht verarbeitet und sagt: „He, was mutest Du mir denn zu? Das habe ich noch nie gehabt und noch nie verdaut, was ist denn das für ein Zeugs!“ Und eventuell braucht Ihr Magen einige Zeit zur Verdauung, dananch dürfte alles aber ohne Probleme verlaufen.

Zutaten:

• 200 g rohe Kalbsleber
• frisch gemahlenes Salz
• frisch gemahlener Pfeffer

Zubereitungszeit: 1 Min.

Die Leber in kleine Stücke schneiden. Jeweils nur das Stückchen, das Sie direkt essen wollen, salzen und pfeffern.

9 Kommentare für “Rohe Kalbsleber

  1. 15. Oktober 2013 at 23:05

    „… der eben an Leber erinnert.“ Ach was! Wer hätte das gedacht? 🙂
    Salz und Pfeffer adelt nun mal so gut wie jedes Lebensmittel, das pikant gegessen wird. In sofern ist das nichts Besonderes. Aber genau wie ein Butterbrot mit Salz und Pfeffer erst durch Schnittlauch zum Highlight wird, vermisse ich hier eben auch die Raffinesse. Ich denke, ein wenig gehackter Salbei, ein paar gehackte Spitzen frischen, jungen Rosmarins, ein Spritzerchen Worchestershiresauce oder Tabasco würden die rohe Kalbsleber adeln.
    Ich gehe jetzt einen Schritt weiter und frage mich, wie pürierte (oder meinetwegen kleingehackte) rohe Kalbsleber sich mit Pasta zu einem kleinen, genialen Sommergericht vermählen könnte. Wer traut sich?

    • 15. Oktober 2013 at 23:26

      Das mit der Pasta klingt interessant. Fein gewürfelte frische rohe Kalbsleber mit der heißen Pasta (über die passende Sorte müsste man mal ernsthaft nachdenken) mischen, so dass es leicht oder medium angart, dann würzen und verspeisen. Stelle ich mir lecker vor. Allein: Ich werde es mangels Bezugsmöglichkeit für wirklich gute frische Kalbsleber nicht ausprobieren können.

      • 15. Oktober 2013 at 23:40

        Du hast recht, das sollte man mal in Angriff nehmen. Rohe Kalbsleber, durch den Fleischwolf gedreht, mit frischer Pasta, eventuell noch einigen anderen Zutaten, pikant gewürzt. Das sollte gut schmecken. Fragt sich nur, was man da noch hinzugibt? Bist Du Dir bewusst, dasss wir uns hier schon in der „Schweinkram“-Ecke befinden, bei dem normale Esser schon gar nicht mehr zuhören oder lesen? 😀

        • 15. Oktober 2013 at 23:42

          Wegen der frischen Kalbsleber: Wende Dich an den SDV – den Schlachter Deines Vertrauens. Dann bekommst Du auch gute, frische Kalbsleber. 🙂

          • 16. Oktober 2013 at 12:30

            Wieso Schweinkram? Neulich sah ich bei Mälzer ein ähnliches Rezept. Rohe Zutaten, klein geschnitten, wurden mit heißer Pasta auf einem heißen Teller vermischt, gewürzt und dann mit Genuss gespeist. Ok, die rohen Zutaten waren in diesem Falle eine Vielfalt an Tomaten, aber wo ist der große prinzipielle Unterschied?

            Der/die Schlachter meines Vertrauens, den/die ich hier verfügbar habe, führt sowas leider nicht. Und bei einer Bestellung außerhalb des Standardsortiments bin ich einmal doch etwas enttäuscht worden. Die Standards sind aber richtig gut.

  2. admin
    16. Oktober 2013 at 15:28

    „Schweinkram“, weil viele Normalesser dies niemals essen würden, das Rezept mal wieder in einer Kochgruppe gelöscht wurde, und was z.B. ausgebildete Köche dazu sagen, die in ihrer Ausbildung gelernt haben, niemals Fleisch (bis auf Ausnahmen wie Carpacchio) oder gar Innereien roh zu essen, sondern immer gut durchzugaren bei bestimmten Mindesttemperaturen, will ich hier gar nicht schreiben.

    Versuch es mal bei der Metzgerei Böbel, Link findest Du auf meinem Blog. Die haben einen sehr guten Service, große Auswahl, auch gerade von Innereien, man bekommt dort auch Mäusle, Nierenzapfen oder Stierhoden, sehr gute Qualität und die Ware wird innerhalb von drei Tage eisgekühlt – nicht gefroren – in einer Styroporverpackung geliefert.

    • 16. Oktober 2013 at 17:22

      3 Tage auf unbekannten Wegen ist mir ehrlich gesagt zu riskant. Und da ich die Pakete im allgemeinen sowieso nicht zu Hause empfange, kommt mindestens noch ein Tag hinzu. Dazu ist das Zeug zu leicht verderblich.
      Aber ich habe die Grundidee im Hinterkopf. Vielleicht komme ich mal an einem (für mich) neuen Fleischer vorbei, wo ich dann zuschlage.

      • admin
        16. Oktober 2013 at 17:38

        Da habe ich mich falsch ausgedrückt. Bestellzeitpunkt ist – soweit ich weiß – immer spätestens Montag, weil der Metzger am Dienstag schlachtet. Dann har er frische Ware und gibt sie bei der Post auf. Also Schlachtung Dienstag, Abgabe der Pakete Mittwoch und normalerweise ist das Paket am Donnerstag bei Dir. Somit 1 Tag Lieferzeit. Plus 1 weiterer Tag, wenn Du es irgendwo anders abholen musst (Packstation oder ähnliches). Und da das alles sehr gut gekühlt und isoliert ist, passt das schon und es verdirbt nichts.

        Ich habe mir auch schon Gedanke über das Gericht gemacht. Rohe Leber durch den Fleischwolf drehen passt meines Erachtens doch nicht, das gibt nur ein Gematsche. Also kleinschneiden und unter die heißen Spaghetti mischen. Was passt dazu? Frischer Salbei passt immer zu Leber. Oder Basilikum? Auf alle Fälle etwas roter Balsamicoessig, dann gutes Olivenöl, Salz und Pfeffer. Oder doch noch einige weitere Zutaten? Tomaten? Kapern? Sardellen?

  3. Hanibal Lecter
    10. September 2018 at 21:55

    Habs probiert und die letzten 2 Tage am Scheisshaus verbracht. Nie wieder !!!!

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