Mindesthaltbarkeitsdatum

Heute muss ich mal kurz in einem Beitrag ohne Bild und Rezept eine Lanze gegen das Mindesthaltbarkeitsdatum brechen.

Ich habe heute aus Zeit- und Bequemlichkeitsgründen einfach Eier mit Schalotte, Knoblauch und Speck zubereitet.

Das Merkwürdige war, dass der Speck seit einigen Monaten eingeschweißt in meinem Kühlschrank lag. Nur hatte ich bisher keine Verwendung für ihn. Nach Mindesthaltbarkeitsdatum war er vor 2 1/2 (!) Monaten nicht mehr verwendbar. Aber: Er roch nach dem Öffnen der Packung gut, zeigte keine Zerfallserscheinungen und es hat sich nirgendwo Schimmel angesammelt. Also, mein Statement: Der Speck, eingeschweißt und im Kühlschrank aufbewahrt, lässt sich auch 2 1/2 Monate nach Ende des MHD verwenden.

Ich erlebe das auch immer wieder mit Sahne im Becher. Hat man eine solche Sahne im Kühlschrank, das MHD mag schon seit 2–3 Wochen abgelaufen sein und man öffnet den Becher, stellt man fest: Die Sahne ist nicht verdorben, sie ist nur eingedickt. Verrührt man sie kräftig in der noch flüssigen Sahne, stellt man fest, sie schmeckt gut und ist noch verwendbar.

Soviel ein kurzer Kommentar zum Mindesthaltbarkeitsdatum von Lebensmitteln. Ich kann nur empfehlen, jedes jeweilige Lebensmittel nach Überschreiten des MHD zu prüfen: Sieht es schlecht aus oder riecht es nicht gut? Oder sind Aussehen und der Geruch okay? Hat es definitiv Keime wie Schimmel oder ist das Lebensmittel optisch noch in Ordnung? Dann kann man es noch weiterverwenden.

Ob natürlich ein Lebensmittel, das über das MHD hinaus aufbewahrt und dann einwandfrei noch verwendet wird, noch sehr lange darüber hinaus im Kühlschrank aufbewahrt werden kann und genießbar ist, entzieht sich meiner Erkenntnis und Erfahrung. Ich kann davon berichten, wenn ich mit solchen Lebensmitteln, die das MHD überschritten haben, mehr Erfahrung gesammelt habe.

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2 Kommentare für “Mindesthaltbarkeitsdatum

  1. 15. Mai 2013 at 07:51

    (dachte bisher immer, man könne nur eine Lanze FÜR etwas brechen ;-))

    Es heißt ja nicht umsonst MINDESThaltbarkeitsdatum. Der Hersteller garantiert die einwandfreie Beschaffenheit des Produktes bis MINDESTENS zu diesem Datum. Es ist keine Aussage darüber, wie lange ein Produkt wirklich hält. Da hilft wirklich nur das Riechen oder Probieren.
    Stell dir vor, du würdest beispielsweise Labskaus in Gläsern verkaufen und hättest kein Mindesthaltbarkeitsdatum darauf (oder ein ziemlich weit in der Zukunft liegendes). Und dann wäre da ein Glas dabei, was nicht ordnungsgemäß verschlossen wurde und ein Kunde würde sich daran vergiften (Im schlimmsten Fall). Du hättest als Hersteller ganz schnell eine Regressklage am Hals. Was tust du also? Du setzt das MHD ziemlich großzügig nach vorne, zu einem Zeitpunkt, an dem du sicher sein kannst, dass dein Produkt dann noch OK ist.
    Das MHD ist also schon ein Richtwert, der Kunden und Hersteller Klarheit verschafft. Aber typisch deutsch, wie wir nun mal sind, schmeißen wir alles gleich weg, was dieses Datum erreicht hat. Viele sogar zur Sicherheit noch ein paar Tage früher. Das ist paranoid!
    Mein syrischer Schwager beglückt uns regelmäßig mit orientalischen Dosen, die zwei oder mehr Jahre abgelaufen sind. In aller Regel schmeckt der Inhalt noch gut (manchmal ist das Öl ranzig, aber das riecht man ja) und wir leben alle noch. Also: Ruhig Blut mit dem MHD und öfter mal den Verstand einschalten!

  2. Chrischie
    14. November 2015 at 20:24

    Ja genau, Mindest! Haltbarkeitsdatum.. ich verlasse mich da auch auf meinen Geruchs- und Geschmackssinn…
    Die Verbraucherzentrale Hamburg hat mir mal bestätigt, dass das auch bei uns modernen Menschen noch sehr gut funktioniert.
    Nur bei Pilzkonserven würde ich dass nicht probieren 😉
    Ich habe höchstens mal erlebt, dass ein Joghurt vorher schimmelig war. Das sieht man dann aber deutlich…

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