Pferde-Lasagne

Garantiert 100 % Pferd!
Garantiert 100 % Pferd!

Jetzt gibt es ein paar auf die Hufe! Und dass jetzt keine Kommentare kommen, in denen auf diesem Gericht herumgeritten wird! Vergesst die Tiefkühl-Lasagne mit 3 % Pferdefleisch bei Lidl, Edeka & Konsorten. Geht zum Pferdeschlachter Eurer Wahl, kauft 250 g 100-%iges Pferdehackfleisch und alle anderen, frischen Zutaten und bereitet eine frische, leckere Pferde-Lasagne zu. Ihr werdet vom Geschmack überrascht sein und nie wieder eine gammelige Tiefkühl-Lasagne kaufen. Versprochen! Und da hat doch Schimmel* im Essen wieder eine ganz andere Bedeutung. ;–)

Kleingeschnittenes Pferdegulasch als Hackfleisch
Kleingeschnittenes Pferdegulasch als Hackfleisch

Leider musste ich bei der Lasagne improvisieren, da der Pferdeschlachter kein Pferdehackfleisch anbietet, sondern nur Braten-, Steak- und Gulaschfleisch. Er darf dies aus lebensmittelhygienischen Gründen nicht, da er sonst seine Verkaufsräume umbauen müsste. Er hat auch keinen Fleischwolf vorhanden, mit dem er mir Gulaschfleisch schnell mal durch den Fleischwolf dreht. Und ich habe leider in meiner Küche auch keinen Fleischwolf oder einen entsprechenden Aufsatz auf ein Küchenmixgerät. Also, bleibt mir nur übrig, das Gulaschfleisch mit einem sehr scharfen Messer in sehr kleine Stücke zu schneiden und dies dann für die Lasagne zu verwenden. Ein großer Unterschied zum Hackfleisch dürfte das nicht sein – aber es ist schon bei 250 g Gulasch sehr mühsam, das zurecht zu schneiden und dauert 30–45 Minuten. Wenn Sie bei Ihrem Schlachter fertiges Pferdehackfleisch bekommen, nehmen Sie natürlich besser gleich dieses. Das Rezept ist für zwei Personen.

*Weißes Pferd

Zutaten:

Für die Hackfleisch-Sauce:

  • 250 g Pferdehackfleisch (respektive Pferdegulasch)
  • 1 Zwiebel
  • 3 Knoblauchzehen
  • ½ Wurzel
  • 1–2 Zweige frischer Oregano
  • 1 Zweig frischer Rosmarin
  • 3–4 Zweige frischer Thymian
  • 1 frisches Lorbeerblatt
  • 2 EL Tomatenmark
  • 1 TL Senf
  • ein Schuss trockener Weisswein
  • 2 cl Weinbrand
  • 200 ml Gemüsefond
  • ¼ Zitrone (Saft)
  • ½ TL Aceto Balsamico di Modena
  • Paprikapulver
  • Salz
  • Pfeffer
  • gewürztes Olivenöl (mit Knoblauch, Chili und Rosmarin)
  • 200 ml Sahne

Klassische Variante: Béchamelsauce

  • 250 ml Milch
  • 25 g Butter
  • 1 EL Mehl
  • 50 g geriebener Parmesan
  • 250 g geriebener Käse (Gouda, Emmentaler oder Edamer)
  • 8 Pastaplatten für Lasagne
  • trockener Weißwein
  • Salz
  • Pfeffer
  • gewürztes Olivenöl

Zubereitungszeit: 1 Std.

Die Zwiebel, die Knoblauchzehen und die halbe Wurzel schälen und klein schneiden. Das Pferdehackfleisch – oder das zuvor ganz klein geschnittene Pferdegulasch – mit Paprikapulver, Salz und Pfeffer kräftig würzen. Öl in einem Topf erhitzen und das Hackfleisch anbraten. Das Gemüse hinzugeben. Alles bei geringer Hitze im zugedeckten Topf etwa 15 Minuten köcheln und Flüssigkeit ziehen lassen. Währenddessen die frischen Kräuter außer das Lorbeerbatt mit einem Wiegemesser kleinschneiden und alles hinzugeben. Ebenfalls das Tomatenmark und den Senf hinzugeben. Unterrühren und für 3–4 Minuten anbraten lassen.

Mit dem Weisswein und dem Weinbrand ablöschen und die Röststoffe vom Boden des Topfes mit einem Kochlöffel ablösen. Den Gemüsefond hinzugeben. Dann den Zitronensaft und den Rotweinessig. Alles ca. 30 Minuten bei geringer Hitze köcheln lassen. Damit ist die Hackfleischsauce fertiggestellt.

Man kann ganz einfach normale Sahne für die Lasagne verwenden. Für die klassische Variante wird jedoch Béchamelsauce verwendet: Milch und Butter in einem Topf erhitzen. Mehl hinzufügen, mit einem Pürierstab durchmixen und 2 Minuten kräftig kochen lassen. Dann vom Herd nehmen und den geriebenen Parmesan unterheben.

Pferde-Lasagne aufgeschichtet in der Auflaufform
Pferde-Lasagne aufgeschichtet in der Auflaufform

In eine große Auflaufform Olivenöl geben und zwei Pastascheiben nebeneinander hineinlegen. Dann vier Mal nacheinander die folgende Abfolge: Pastascheibe – Hackfleischsauce – Sahne respektive Béchamelsauce – geriebener Käse. Jeweils 1–2 Esslöffel von der jeweiligen Zutat reichen aus. Dies vier Mal durchführen und mit geriebenem Käse abschließen. Dann mit Salz und Pfeffer würzen. Für etwas mehr Flüssigkeit zum Garen noch etwas Weißwein in die Auflaufform geben.

Währenddessen den Backofen mit Umluft auf 180 °C erhitzen, dann die Auflaufform hineinschieben und 30 Minuten garen. Auf großen Tellern servieren und mit kleingeschnittenem Schnittlauch garnieren.

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10 Gedanken zu „Pferde-Lasagne

  1. Gut gewiehert! Sieht lecker aus, liest sich lecker und schmeckt bestimmt auch so. Das koch ich bei nächster Gelegenheit nach!
    Ein Wort zu Hackfleisch ganz allgemein: Da mir ebenso ein Fleischwolf fehlt und der Mixer das Fleisch viel zu matschig werden lässt, bin ich dazu übergegangen, das Fleisch mit dem Messer zu hacken. Es heißt ja auch Hackfleisch und nicht Fleischwolffleisch. Nein, im Ernst: Das ist mit einem großen, schweren Messer ganz einfach und geht auch recht schnell bei den üblichen Mengen eines 2-Personen Haushalts. Im Übrigen schmeckt es viel besser. Macht das mal beim nächsten Hamburger. Einfach ein Stück Rumpsteak oder Filet erst in Stücke schneiden und diese dann grob hacken, NICHT WÜRZEN!!!, zu “Burger-Patties” formen, kurz kross braten und dann genießen! Beef pur! Da braucht es höchstens etwas Meersalz und grober, schwarzer Pfeffer dazu, sonst nichts! Ein himmelweiter Unterschied zu normal gewolftem Hackfleisch.

  2. Wunschgemäß reite ich nicht auf dem Pferdefleisch herum – aber essen? Nee! Ich halte es mit der alten Münsterländer Bauernweisheit: “Kühe machen Arbeit, Schweine machen Geld und Pferde machen Freude. Die Pferde auf dem Hof meiner Urgroßeltern hatten einen ganz anderen Stand als all das andere Vieh.Sie arbeiteten für uns und wurden bevorzugt behandelt und bekamen im Alter das Gnadenbrot! Nix schlachten!
    Aber zum Hacken vom Fleisch will ich doch einiges schreiben. Gerade für eine Lasagne sollte man “Hackfleisch” nehmen, dass durch die grobe Scheibe des Fleischwolfes gedreht wurde. Heißt diese Fleischsauce “Ragout Bolognese”. Ein Ragout macht man nicht mit diesem deutschen, feinst druchgedrehtem Hackfleisch. Hacken ist gut, Hacken ist sogar sehr gut. Weiter so, aber lieber mit Rindfleisch.
    Abgesehen davon können die meistenMenschen Rind- nicht vom Pferdefleisch unterscheiden. Rind vom Pferd oft auch nicht. Wie sagte der Bauer, den der Städter frug: “Warum hat diese Kuh keine Hörner?” “Da gibt es viele Möglichkeiten. Manchen fallen die Hörner wegen Krankheit ab, manchen sägt man sie ab, weil sie aggressiv sind – aber diese Kuh hat keine Hörner, weil sie ein Pferd ist.”

    1. Schon klar, toettchen, was man liebt, isst man nicht auf. Ich würde auch mein Pferd nicht beißen. Im Übrigen kann man auch Pferde essen, die ihr Gnadenbrot bis zum natürlichen Tod bekamen. Genau wie alte Kühe (siehe neueste Ausgabe der effillee) schmecken sie dann auch noch gut und bereiten so ihren Besitzern über den Tod hinaus viel Freude.

      1. Einen natürlichen Tod gibt es bei Pferden selten. Unser Fjordi ist mit fast 30 in den Himmel gegangen, eines Abends lag er tot vor dem Stall. Viele Pferde werden eingeschläfert.

        Essen kann man meines Wissens nur Tiere, die geshlachtet worden sind. Dafür bin ich als Veganer aber nicht der Fachmann, Google hilft sicher weiter.

        Zum Schlachter kann man ein Pferd nur bringen, solange es noch laufen kann. Mein Pferd wird deshalb wohl niemand essen.

      2. Du irrst Dich. Was man liebt isst man schon. Denn es kommt nicht darauf an geliebt zu werden, sondern selber zu lieben. Ich für meinen Teil habe das erreicht. Ich liebe Stubenküken, gefüllt mit Steinpilzen auf Risotto.

  3. Hilfe, ich habe ein weißes Pferd auf meiner Konfitüre … 🙂
    Wenn es nicht das klassische Standardrezept für Lasagne wäre, nur eben mit Pferd statt Rinder- oder Mischhack, würde ich es genial nennen. Aber ansonsten ist dieser Beitrag doch endlich mal was richtig konstruktives zum Thema. Blogger sind eben doch besser als Politiker. 😉
    Aber im Ernst: Ich durfte vor einiger Zeit mal ein richtig leckeres Pferdegulasch essen, dass mich durchaus begeisterte. Auch die Köchin (es war im privaten Rahmen zubereitet) zeigte sich ob der Verarbeitung begeistert, verhielt sich das Fleisch im Topf doch entschieden besser als Schweine- oder Rindfleisch in der gleichen Situation.

  4. ich kenne es nur durch hören-sagen, gaaaanz früher gabs im handwerk keinen wolf. dafür ein wiege-messer…
    damit sollte man 250g pferde fleisch doch recht schnell klein bekommen.
    die struktur des fleisches wird beim klassischen “klein-wiegen” nicht zerstört, es wird alles schön sauber geschnitten (entsprechende schärfe vorausgesetzt :-).
    beim fleischwolf wird ja eher gequetscht und dann im schneidsatz geschert.

    punkto pferd:
    ich esse und verarbeite es gern, allerdings ist es reine vertrauenssache, das pferd nicht einfach irgendwie mit in anderen produkten verarbeitet wird. für mich quasi eine frage der ehre, aber wer will sowas heuzutage noch wissen…

  5. Den Aufruf zum Konsum von Pferdefleisch kann ich leider nicht gutheißen. Auch wenn es eine Tatsache ist, dass das Fleisch schmackhaft und gesünder als herkömmliches Rindfleisch aus Massentierhaltung ist, ist das Pferd aus historischen Gegenbeiheiten heraus immer mehr als ein Nutztier für die Bereitstellung von Fleisch gewesen!!!

    1. Eine ganz besondere Gegenbeiheit beim Pferdefleischkonsum ist die bessere Hirndurchblutung wegen des niedrigeren Cholesteringehaltes in Bezug auf die korrekte Anwendung der deutschen Grammatik. LOL

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